Ausrufung der Republiken 1918, Reichsprogromnacht 1938, Mauerfall 1989: Die großen deutschen Daten – seien sie positiver, negativer oder zweifelhafter Natur – fallen auf den 9. November. Friedrich Schiller wurde am 10. November 1759 geboren.
Zweifellos liegt das letzte Schillerjahr nicht zu lang zurück. So feierte man 2005 ausgiebig und mit einer breiten Pallete von Angeboten die 200. Wiederkehr des Todestages von eben diesem Schiller. Da kann man doch nicht nur vier Jahre später das 250. Wiegenfest des Dichters feiern. Naja, vielleicht ein bischen hier. Und ein bischen da. Aber in Weimar ist nun mal Bauhaus-Jahr. Und entgegen aller Beteuerungen mag nicht so recht das Feeling eines Schiller-Jahres aufkommen.
Das Interesse am Dichter ist abgeflacht. Aber vielleicht war es schon länger recht flach. Nun, vielleicht gibt es auch gar nicht so wenig Veranstaltungen – Weimar hat einen schmalen, aber 40seitigen Flyer mit Programm – aber hat irgendjemand davon gehört? In der Zeitung gelesen? In einem Blog?
Aber Schiller ist ja schließlich auch nur der Freund des großen Goethe. Und hat auch nur so unwichtige Texte geschrieben, wie die Europa-Hymne “Ode an die Freude“. Da bedarf es freilich keiner großen nationalen Feierlichkeit. Nun, ich will den Dichter zumindest doch ein Wenig ehren, in dem ich eines meiner Lieblingsgedichte hier in den Kulturbeutel stecke. Bei Librivox stellt man freundlicherweise diese Version hier zum Anhören unter CreativeCommons-Lizenz zur Verfügung:



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