Weihnachtsbeutel Nr. 2

 Veröffentlicht von am 18. Dezember 2010 um 11:53  Kommentieren
Dez 182010
 

Auch in diesem Jahr verzweifele ich wieder daran, dass ich keinerlei Weihnachtsgedichte schreiben kann. Ob es daran liegt, dass ich nicht religiös bin, oder daran, dass in mir inmitten von Konsumrauschleichen nicht recht besinnlich zu Mute ist, kann ich nicht genau sagen. Jedenfalls klappt es einfach nicht. Daher muss ich mal schauen, was ein gutes Weihnachtsgedicht so ausmacht.

Wichtig für ein gutes Weihnachtsgedicht ist auf jedenfall, dass Weihnachten alle Jahre wieder stattfindet. Das hat mindestens zwei Gründe: erstens man hat viele historische Weihnachte, von denen zu reden ist – beliebt soll dabei eine Nacht um das Jahr Null sein – und zweitens ist damit sichergestellt, dass das Gedicht auch zu späteren Zeitpunkten noch sinnvoll gelesen werden kann.

Ein Festmal, wahlweise mit Pute oder Gans, darf natürlich gern drin vorkommen. Schließlich darf beim Feiertag des Konsumglaubens die sündhafte Völlerei nicht fehlen. Und nur weil es 24 Tage lang tägliche Rationen von Süßigkeiten gibt, heißt das ja noch lange nicht, dass man sich nach Heilig Abend schon damit zufrieden geben muss.

Aber allzu gotteslästerlich darf man natürlich nicht sein. Schließlich haben wir ja alle Weihnachten verstanden. Genau: das ist die Zeit in der wir trotz besseren Wissens sagen können, dass es doch um mehr geht, als nur KaufenKaufenKaufen. So ein bischen Heiligkeit und Liebe muss also unbedingt mit in das Gedicht mit rein.

Und dann war da noch so einer, mit Bart und dickem Bauch – also fast wie ich. Nur das der sich anzieht, wie eine Cola-Flasche eines bekannten amerikanischen Herstellers. Über den müsste man aber vielleicht auch noch ein wenig schreiben, der scheint irgendwie dazu zu gehören. Der hatte doch auch irgendwas mit Rentieren zu tun, oder? Tiere kommen ja in Gedichten auch immer gut.

Und abrunden könnte man das Ganze ja irgendwie mit ein paar Worten zu Winter – Weihnachten scheint ja auch in diesem Jahr im Dezember zu sein. Da gibt es wohl irgendwie einen Zusammenhang. Und noch ein bißchen Tradition dazu, vielleicht ein altes, bekanntes Weihnachtslied. Und schon haben wir das beste noch zu schreibende Weihnachtsgedicht aller Zeiten.

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  • http://www.kortex-chaos.de Juli

    Um die schöne Sammlung zu ergänzen (wobei der Rentier-Link nicht funktionierte?), habe ich eben hier noch was nettes gefunden: http://www.maierlyrik.de/blog/2010/12/18/kling-gloeckchen-klingelingeling/
    :)

    GLG Juli

    • http://www.schmetterlingsgesang.de/ Stefan Enke

      Danke für den Hinweis, dass der Rentier-Link nicht ging, nun sollte er funktionieren. Kling, Glöckchen, Klingelingeling scheint ja gut zu parodieren sein. Danke auch für diesen Hinweis, das Gedicht hab ich entweder übersehen oder kam erst etwas später heraus.