Ich lasse heute mal die vielen Lyrik-Blogs, Gedichte-Foren und Poesie-Websites, die ich sonst so Woche für Woche im Auge behalte, außer acht. Dafür widme ich mich einem anderen Bereich des Internets, dem Microblogging-Dienst Twitter. Auch hier gibt es eine Menge interessante Dinge zu lesen und zu sehen, die den Verse-Liebhaber begeistern könnte. Also los…
Was war Twitter eigentlich?
Wer noch immer Twitter nicht kennt, sollte sich das Ganze wenigstens mal anschauen. Twitter bietet die Möglichkeit, kurze Statusmitteilungen (140 Zeichen) im Internet zu verbreiten. Im Prinzip wie eine SMS, nur dass man den Text nicht nur einer bestimmten Person schickt, sondern für alle Welt sichtbar macht. Im Gegenzug kann man dann auch diese Kurzmitteilungen von anderen abonnieren, damit man nichts mehr verpasst – soweit man bereit ist 24 Stunden dabei zu bleiben. Und nun zur Lyrik.
Lyrik auf Twitter
Es ist nicht ganz leicht, Lyrik in 140 Zeichen unterzubringen. Das das geht, haben nicht zuletzt die beiden Wettbewerbe zum Thema Twitter-Lyrik, Veranstaltet unter vom Literatur-Café und BOD.de, deutlich gezeigt. Es sind dabei zwei sehr gute Bücher herausgekommen, eines von von jedem Wettberwerb:
- Twitter-Lyrik: Gedichte mit (maximal) 140 Zeichen Beiträge aus dem Twitter-Lyrik-Wettbewerb
- Twitter-Lyrik 2: Mehr Gedichte mit (maximal) 140 Zeichen. Beiträge aus dem Twitter-Lyrik-Wettbewerb
Dieses Jahr wird der Wettbewerb in sie dritte Runde gehen – und das nach bisherigen Planungen wohl schon recht bald.
Twaiku
Doch es erschöpft sich damit natürlich nicht. Klar ist ja, dass mit so wenig zur Verfügung stehenden Zeichen sich besonders die bekannten Formen der Kurzlyrik dazu eignen, in Twitter verbreitet zu werden. Daher findet man bei der Suche nach #haiku und #senryu so einige tolle Sachen, auch wenn die größere Zahl davon natürlich nicht in deutscher Sprache geschrieben ist. Hier ein nettes, englischsprachiges Beispiel von heute:
So etwas nennt sich dann manchmal auch Twaiku – eine Zusammenfügung aus Twitter und Haiku. Twitter-Lyrik findet sich auch mit der Bezeichnug #twly – kurz und gut.
Poeten des Alltags
Auch eine Vielzahl von Poeten, Dichtern und Lyrikern hat sich auf Twitter inzwischen eingefunden, die natürlich nicht nur den ganzen Tag damit beschäftigt sind, Twitter-Lyrik zu schreiben. Aber es gibt da einige, die einem den Tag mit lieblichen Worten geradezu versüßen wissen – oder mit dem entsprechenden Wortwitz für Spaß. Von Ironie und Sarkasmus reden wir ein andermal… Besonders zu versüßen weiß Brit Krostewitz den Alltag – etwa mit solchen kleinen, netten Tweets:
Und dann gibts da noch die Alltagspoetin, die manchmal etwas verwickelt schreibt, aber meist sehr schhön zu Lesen. Dabei kann ganz egal sein, an wen sich die Tweets richten – ob sie sich überhaupt an jemanden richten… So wie dieser hier etwa:
…und die ganze Community
Zu guter Letzt finden sich auch eine Menge Menschen bei Twitter, deren Werke hier im Kulturbeutel bereits besprochen wurden. Unter dem Namen @ottogust twittert der mir sehr teure Petros, der den Lesern meiner Website schon bekannt sein dürfte. Hinter der @halbstarklyrik verbirgt sich natürlich Emil W. Rimsceau vom Halbstark-Blog. Von @moewenglanz und @LophiusT erzähle ich euch wahrscheinlich das nächste Mal mehr. Die @sprechbude schickt Links zu Werken, die von Schauspielern eingesprochen wurden – quasi das Hörbuch des Webs.
Und mich – mich findet ihr unter @schmetterlingsg. Oder klickt einfach oben rechts auf das kleine “t” neben dem “f” hier auf der Seite…
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LophiusT



