Kulturbeutel Nr. 33

 Veröffentlicht von am 8. April 2011 um 20:07  Kommentieren
Apr 082011
 

Die Sonne wärmt uns bereits einige Tage sehr intensiv und es wundert daher nicht, dass die Frühlingsgedichte bunt aus den Blogs sprießen. Zwei Stück habe ich euch hier mitgebracht. Dazu gibt es auch diesmal wieder ein paar Neueigkeiten zum Thema “Lyrik online”: Von Lesung über Kritik bis hin zu Wettbewerb ist alles dabei. Daher genug der Vorrede, los gehts.

Frühlings- und andere Gedichte

Fangen wir gleich mit den Gedichten an. Auf dem Blog der Berliner Lyrikgruppe “G13″ – den ich ohnehin empfehlen kann – findet sich eine Hommage an das Tacheles in Berlin. Wahrscheinlich erschließt sich der Inhalt den Kennern des Kunsthauses eher. Doch der Text spricht auch für sich und gibt Einblick in eine Existenz die Stein und Seele zugleich zu sein scheint. Eine Existenz, die jedenfalls ihr Eigenleben besessen hat – und nun offenbar unwiederbringlich verliert.[1] Das Werk, wenn ich es richtig verstehe wohl von Max Czollek geschrieben, trägt den Titel “Tacheles“.

Kommen wir nun zu den Frühlingsgedichten. Und was gehört zu diesem Frühjahr? Richtig: Die Atomkatastrophe in Fukushima. Das Thema hatten ich schon ein paar Mal im Kulturbeutel, deshalb belasse ich es bei einem Werk, welches ich eigentlich euch schon in der letzten Woche vorstellen wollte – ehe mir die Technik auch einen Streich spielte. Ich finde den Titel “Plutoshima” nicht ganz so gelungen – den Text dafür aber durchaus, da er die Angst in das so harmlose Wort zu packen weiß.

Nun aber zu ein paar echten Frühlingsgedichten. Es geht um singende Vögel und sprießende Blumen, um Frühlingsgefühle der einen oder anderen Art. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es nur eine Spielerei ist, oder ob vom Autor ein gewisser Sinn dahinter gesehen wird, der auch vielleicht über das “Verschleiern” bestimmter Stellen hinausgeht. Jedenfalls scheint mir das lyrische Ich in “Renzes Lausch” leicht in Verwirrung geraten.

Mit locker-leichtem Reim dagegen präsentiert sich der Frühling im Blog der Regenkatse, von dem ich bereits das letzte Mal etwas vorgestellt hatte. Das Erwachen der Natur dient hier wohl dem lyrischen Ich als eine willkommene Aufmunterung, die neue Lebensgeister weckt. Jedenfals kommt das ganze ziemlich “Unverhofft“.

Lyrik in anderen Welten

Ich hatte euch ja schon von SecondLife einiges berichtet – auch wenn der große SecondLife-Artikel immer noch fehlt. Aber es gibt auch andere Welten online, die neben SecondLife ähnliches bieten. Welten, in denen man virtuell spazieren gehen, andere Leute treffen – und, ja, auch Lyrik lauschen und lesen kann.

Eine der ersten Adressen – wenigstens für mich – in SecondLife ist das KaféKrümelkram. Dessen Betreiber haben nun angekündigt, sozusagen eine weitere Filiale zu eröffnen. Und zwar im GermanGrid – einem Abteil der durch den “Hippo OpenSim Viewer” zugänglichen virtuellen Umgebung. Wen es interessiert, der findet näheres direkt bei den BrennendeBuchstaben.

Mehr aus dem SecondLife gibt es übrigens im Video am kommenden Montag!

Sand im Getriebe

Das Forum “Garten der Poesie” schreibt zum Thema “Sand im Getriebe” einen Wettbewerb aus, bei dem jeder Autor ein Gedicht einsenden kann. Eine Länge von 25 Zeilen soll das Werk dabei nicht überschreiten. Die Auswertung findet in zwei Altergruppen getrennt statt, nämlich einmal im Alter bis 14 Jahre und einmal über 14 Jahre. Einsendeschluss ist der 31. Mai. Näheres findet ihr hier.

Sand im Getriebe ist auch das passende Stichwort zur Aktion der “Zeit”, Politik-Berichterstattung mit politischer Lyrik zusammen zu bringen. Mich jedenfalls konnte dieser Versuch bisher nicht übermäßig begeistern, aber das sagte cih bereits in der vergangenen Woche. Hier gibt es jedenfalls einen Kommentar bei DerFreitag, der noch einmal andere Aspekte zeigt, warum das Projekt auch Sand im getriebe zu haben scheint.

Und letztlich noch der Hinweis, dass auf der re:publica XI auch diesmal eine Twitterlesungsgala (Steigerungsform von Twitterlesung) stattfinden wird. Und zwar ist der Termin am Donnerstag, dem 14. April, und zwar – natürlich -in Berlin. Genauer: Friedrichstadtpalast und um 20 Uhr.

Teilen und Empfehlen

  1. [1] Offensichtlich wurde der Versteigerungstermin am 4.4.11 (dieses Datum trägt das Gedicht) kurzfristig abgesagt. Näheres weiß ich im Moment leider nicht. Vielleicht können die Berliner hier mal kommentieren)
  • http://twitter.com/LophiusT/status/56427472639635456/ Lit.-Nobelpreis 2011 (@LophiusT) (@LophiusT)

    RT @schmetterlingsg: Veröffentlicht: Kulturbeutel Nr. 33 http://bit.ly/fF4ZSU #lyrik

  • max

    lieber stefan. vielen dank für deinen kommentar. bin so auf den kulturbeutel gestoßen – eine interessante angelegenheit! ich klick mich jetzt mal durch deine seite. gruß, max

    • http://www.schmetterlingsgesang.de/ Stefan Enke

      Lieber Max,
      ich hoffe du findest noch mehr interessante Sachen. Viel Spaß beim Durchklicken. Ich hatte auch Spaß auf eurer Seite! ;-)

      Lieben Gruß, Stefan