Kulturbeutel Nr. 49 – Die Rückkehr

 Veröffentlicht von am 26. August 2011 um 17:30  Kommentieren
Aug 262011
 

Tataaa… Da ist er wieder, der Kulturbeutel. Vier lange Wochen musstet ihr warten, eh nun endlich eine neue Ausgabe erscheint. Warum das so war, könnt ihr hier nachlesen. Nach vier Wochen gibt es natürlich jede Menge Internet-Lyrik, die man sich doch mal anschauen muss. Außerdem möchte ich euch ein kleines Special zu Facebook bieten. und damit fangen wir auch sofort an.

Lyrik und Gedichte bei Facebook

Vor einiger Zeit hatte ich schon mal ein Twitter-Special, und ich will das Facebook-Special ähnlich gestalten, dass heißt zunächst etwas zu facebook allgemein sagen. Ihr werdet Facebook sicher alle kennen, denn oft genug stand es in der Zeitung oder es wurde im Fernsehen drüber berichtet und so weiter. Hauptsächlich kommt Facebook immer wieder ins Gerede, weil sie nicht ganz konform mit dem deutschen Datenschutz gehen. Man sollte sich dabei allerdings drei Sachen klar machen: Erstens ist Facebook ein Unternehmen. Punkt. Zweitens obliegt es daher jedem Einzelnen, mit seinen Daten entsprechend sorgsam umzugehen — und es steht jedem frei nicht auf den Facebook-Zug aufzuspringen. Zweitens ist aber der deutsche Datenschutz inzwischen nicht mehr auf dem Stand der Zeit, was die Einzelbestimmungen angeht, so dass ich aus meiner Sicht sagen muss, nicht jede Kritik an dem Unternehmen ist berechtigt (auch wenn manche Problematiken in der Vergangenheit tatsächlich zu kritisieren waren).

Falls ihr euch jedoch dazu entscheidet, Facebook beizutreten — oder es längst getan habt — dann könnt ihr durchaus einiges an Gedichten und Lyrik dort finden. Zum Beispiel gibt es einige Gedichte-Seiten, also Seiten auf denen regelmäßig Gedichte erscheinen oder auch über Gedichte gesprochen wird. Besonders interessant finde ich zum Beispiel diese, auf der türkische Gedichte ins Deutsche übertragen werden. Auch der Garten der Poesie hat hier zum Beispiel seine Seite.

Daneben, und das ist das, was ich eigentlich am interessantesten finde, bietet aber ein soziales Netztwerk in erster Linie die Gelegenheit mit anderen Dichtern und Denkern (entschuldigt bitte die Floskel) in Verbindung zu treten und sich auszutauschen. Zu diesem Zweck lassen sich Gruppen einrichten, in denen man sich auch dann austauschen kann, wenn man nicht direkt miteinander “befreundet”[1] ist. Die Qualität dieser Gruppen ist recht unterschiedlich, aber andererseits bietet sich damit jedem etwas, sei er nun Gelegenheitsdichter oder (semi-)professioneller Autor. Man unterscheidet offene und geschlossene Gruppen, wobei die Inhalte der geschlossenen Gruppen nur den jeweiligen Mitgliedern angezeigt werden.

Ich möchte euch nur ein paar Beispiele für offene Gruppen geben, die euch in erster Linie den Einstieg erleichtern sollen. Als offene Gruppen findet sich zum Beispiel “Sozialkritische Gedichte” und der Name erinnert nicht zufällig an einen Blog, den Jim Pfeffer[2] einmal hatte… Auch die Gruppe “Schreiber Netzwerk” stammt von einer anderen Internet-Seite ab, nämlich dem schreiber-netzwerk.eu von Sven Herzog. Ebenfalls offene Gruppen sind “Gedichte” und “Lyrik“. Über die Suche lassen sich mit Sicherheit auch noch andere finden, da immer wieder neue entstehen (allerdings auch gern mal wieder vergehen) und wem das nicht genug ist, der kann ganz leicht selbst eine Gruppe gründen. Nur zwei geschlossene Gruppen seien genannt: Zum einen “Gedichte und so’n Kram” (mit 135 relativ groß) und “Lyrik und Dichterkunst aus eigener Feder“. Man muss die eigene Mitgliedschaft in diesen Gruppen allerdings ersr beantragen oder eingeladen/ hinzugefügt werden, ehe man dort lesen kann.

Als Zusatz oben drauf gibt es auch noch etliche große und vor allem viele kleine Verlage, die eine eigene Facebook-Seite haben. So kann man sich nicht nur über Neuerscheinungen und solche Dinge informieren, sondern nicht selten auch direkt mit den Machern hinter dem Namen in Kontakt treten.

…der Rest vom Netz

Natürlich gibt es noch mehr als Facebook, und in vier Wochen Abstinenz hat sich ganz schön etwas angesammelt. Ich bin bis heute etwa halb durch, durch den Berg lyrikrelevanter Blogposts, Forenbeiträge und so weiter. So zum Beispiel die interessante Variation eines bekannten Themas bei @LophiusT mit dem Werk “Stimmlos“. Klingt nicht unbedingt nach Halsentzündung, so rein inhaltlich…

Auch der schneewanderer hat wieder einmal etwas zu bieten, und das mitten im Sommer, der ja diesen Namen nun endlich auch einmal zu Recht trägt. Der Autor bietet uns eine “vermutung“. Die folgenden Gedichte lassen sich irgendwie thematisch hierzu gruppieren. Da wäre etwa der “Wortstaat” von DanP auf endloskurz. Ich bin mir nicht ganz sicher, was hier genau kritisiert wird, wahrscheinlich mehrere Dinge parallel. Das fördert die Spannung zwischen den Worten. Jedenfalls scheint es (auch) um die Bedeutung von Büchern und Literatur zu gehen und da schließt sich wiederum sehr gut “die hoffnung” von Slov ant Gali an, erschienen auf Worträume 2.0. Nein, es ist nicht dasselbe Werk, welches ich im Kulturbeutel 47 vorstellte, sondern etwas neues. Hier geht es um Liebe, die verstreichen oder auch nur auf die Probe gestellt sein kann. Und zu letzt sei in dieser Riege auch noch auf Sturznests “wenn ich döblin lese” hingewiesen.

Damit aber noch lange nicht genug. Heute gibt es sozusagen die volle Dröhnung. Denn wir haben da auch noch die “Sehnsucht” von Volker Haberlandt und auch bei der parallalie gibt es was “zu ohren …“. Und Petros/ Wolfgang Schulze liefert einen sommerlichen Haiku, der mich irgendwie an frühere Zeiten erinnert. Und an alte Sehnsüchte.  Und ein “sonnenngeiles Gemüt” hat @kurzdielyrik bewiesen bei “Donners Zähmung (light)“.

Hinweise für eBook-Selbsverleger

Zum Schluss möchte ich auch noch darauf hinweisen, dass im Literaturcafé (@literaturcafe) einige interessante Artikel erschienen sind, die sich all jene mal zu gemüte führen sollten, die mit dem Gedanken spielen oder schon dabei sind, die eigenen Bücher über den Kindle-Shop bei Amazon zu vertreiben. Einerseits gibt es hier einen Praxistest, der zeigt, wie das ganze so vor sich geht und mit welchen Problemen auch mal zu rechnen ist. Dazu noch einmal etwas übersichtlicher 10 Tipps zum eigenen eBook bei Amazon. Und es werden auch wichtige Detailfragen angesprochen, etwa ob für das selbstverlegte eBook eine ISBN nötig ist oder wie es mit der Pflichtablieferung der Bücher zur Deutschen Nationalbibliothek aussieht. Und gerade neu gestern: Die Videoanleitung wie man aus Office-Dokumenten eBooks erstellt.

Teilen und Empfehlen

  1. [1] Achtung: Bitte verwechselt Facebook-Freunde nicht mit echten Freunden, auch wenn es solche auch auf Facebook gibt!
  2. [2] Einigen von euch sicher bekannt vom Gedichtekarussell.
  • Emil

    Ich finde es einerseits toll, dass es auch auf facebook sowas wie eine kleine Dichtercommunty gibt, werde sie aber nicht aktiv mitgestalten, denn mit der Veröffentlichung auf Facebook überträgt man Facebook alle Nutzungsrechte. Was aber auch für die meisten anderen sozialen Netzwerke gilt. Schade eigentlich.
    Quelle: http://www.frankfurter-magazin.de/?p=1033

    • http://www.schmetterlingsgesang.de/ Stefan Enke

      Lieber Emil,
      die Hinweise sind sicher richtig, allerdings ist der von dir verlinkte Artikel in seinem Inhalt nicht mehr ganz gültig. Nicht nur, dass es viele Änderungen der AGB (gerade auf die Regelungen bezüglich der Nutzungsrechte hin) gab, auch die Einstellungsmöglichkeiten zur Privatssphäre, die im letzten Jahr durchaus verbessert wurden, Es ist richtig, dass sich Facebook einige Nutzungsrechte sichert. Muss es auch, denn sonst könnte es die Inhalte den anderen Nutzern nicht wirklich zugänglich machen.
      Problematisch sind nur die “abgeleiteten Werke”, von denen ich nicht genau weiß, ob sie in den aktuellen AGB noch drin stehen. Mich persönlich würde es nicht stören, wenn Gedichte von mir in einer Facebook-Publikation erscheinen würden. Natürlich ist es nicht die feine Art, Geld mit Künstlern zu verdienen, ohne diese finanziell zu beteiligen. Aber man muss das abwägen, gegen den Bekanntheitsgrad, den man dadurch erreichen kann.
      Ich danke dir aber, dass du auf die Problematik aufmerksam gemacht hast. Ich habe im Artikel das zuwenig/ gar nicht thematisiert. Man müsste sich vielleicht noch einmal eingehend damit beschäftigen, wie der derzeitige Stand tatsächlich ist.

      Liebe Grüße,
      Stefan